Zirka 3,5 km von der Stadtgrenze
der Hansestadt Stralsund entfernt beginnt mit der Ortslage Negast
das Gemeindegebiet Steinhagens, zu dem noch die Ortsteile Steinhagen und
Krummenhagen zählen. Das Gemeindegebiet wird von 2 überregionalen
Straßenanbindungen, der Bundesstraße 194 und der Landstraße
22, die das Gebiet Stralsund/Rügen mit dem Binnenland (Autobahn A
19, Brandenburg) verbinden, gequert. Die beiderseits dieser stark befahrenen
Straßen liegenden Natur- und Landschaftsschutzgebiete „Krummenhagener
See“ und „Borgwallseegebiet“ geben neben der flachwelligen freiliegenden
Acker- und Wiesenflächen dem Gemeindegebiet ihr Gepräge.
Diese geschützten Gebiete haben so
manche botanische Rarität bewahrt, sind die sichere Heimat seltener
Tierarten geworden und stellen sich dem aufmerksamen Spaziergänger
und Naturliebhaber als ein kleines Paradies dar. So ist der Borgwallsee
einer der letzten Seen Deutschlands mit einem durchgehend unbebauten Ufer
und der „Krummenhagener See“, mit einem dichten Schilfgürtel umgeben,
lockt alljährlich im Herbst in Scharen Graugänse und andere Zugvogelarten
an. Dicht am See liegt der Ortsteil Krummenhagen, dem seit Jahren der Verein
„Ökologische Beschäftigungsinitiative“ sein landschaftliches
Gepräge gibt.
Die Gemeinde Steinhagen hat, nicht zuletzt
durch die günstige Lage und eine kluge vorausschauende Flächenplanung
bedingt, in den letzten Jahren einen ungeheuren Entwicklungsschub erfahren.
Von einst 1280 Einwohnern um 1990 ist durch Zuwanderung die Einwohnerzahl
auf nunmehr 2800 gestiegen, wodurch die Gemeinde zu einer der dynamischsten
in ganz Mecklenburg-Vorpommern avanciert. Diese freie Entfaltungsmöglichkeit
und die Attraktivität für neue Bewohner und Besucher unserer
Gemeinde ist nicht nur an den neuen Wohngebieten, sondern auch an den historischen
Elementen der Gemeinde ablesbar. Steinhagen selbst war im Jahre 1283 eine
Gründung des Klosters Neuenkamp in Franzburg, welches 1233 in Altenkamp
(Franzburg) als Zisterzienser-Kloster gegründet worden war. Die 700-Jahr-Feier
1983 fand natürlich in sehr festlicher Atmosphäre statt.
Der Ortsteil Negast (früher Nigas)
bestand schon bei der Gründung des Klosters Neuenkamp.Beredtes Zeugnis
der historischen Steinhagener Entwicklung ist unsere schöne Dorfkirche,
die zum Ende der 80-ger Jahre dem baulichen Verfall preisgegeben war. Durch
die vitale Arbeit der Kirchengemeinde, dem befreundeten Kirchenkreis St.-Peter-Ording
in Schleswig-Holstein und auch den beachtlichen Spenden aus der Bevölkerung
sowie unter Ausnutzung der sich gebotenen Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern,
konnte dieses Bau- und Geschichtsdenkmal in würdevoller Weise gerettet
werden. Die Kirche verfügt über eine interessante Innenausstattung,
u. a. befindet sich hier auch der Mönchstein
aus Grün Kordshagen, um ihn so vor einer weiteren Zerstörung
durch Witterungseinflüsse zu schützen. Seit der Orgelweihe
am 22.05.1993, als sie das 1. Mal nach der Restaurierung vor einem begeistertem
Publikum erklang, finden wieder zahlreiche Orgelkonzerte statt. Neben dem
sicher beeindruckenden Besuch der Kirche ist dem Gast eines der in diesen
historischen Gemäuern stattfindenden abendlichen Chor- und Bläserkonzerte
immer wieder ein Erlebnis. In den letzten Jahren und Monaten sind natürlich
auch neuzeitliche Gemeindebedarfsbauten entstanden. So konnte im Dezember
1995 das Diakonische Werk der Pommerschen Evangelischen Kirche im Beisein
vieler Förderer und Freunde in Negast ihr neues wunderschönes
Altenpflegezentrum „Emmaus“ mit 80 Pflegeplätzen einweihen. Die Senioren
veranstalten im Laufe des Jahres viele kulturelle und sportliche Unternehmungen.
Bereits zum Jahreswechsel 1195/96 eröffnete in Negast das SEE-Zentrum
mit vielen attraktiven Einkaufs- und Dienstleistungsbereichen. Sehr zur
Freude gerade der jüngeren Einwohner und der vielen regionalen und
überregionalen Besucher verfügt die Gemeinde nun im Ort über
ein Schwimmbad mit Sauna und ein Bowlingzentrum. An weiteren Dienstleistungsbereichen
stehen Bäcker, Fleischer, Friseure, 3 Hotels bzw. Pensionen sowie
mittlerweile 7 gastronomische Einrichtungen, die praktisch jeden Gaumenwunsch
erfüllen können, zur Verfügung. Auch sind zwei hier praktizierende
allgemeinmedizinische Ärzte und ein Zahnarzt ständig um die Gesundheit
unserer Bürger und natürlich der Gäste bemüht.
In der Gemeinde Steinhagen hat sich ein
ausgeprägtes Vereinsleben
als Träger des öffentlichen Lebens entwickelt, sei es im
Sportverein, Hundezüchterverein, Verein der Naturschützer- und
Angler Borgwallsee e. V. und die Ökologische Beschäftigungsinitiative
Krummenhagen e. V.
Zur öffentlichen Sicherheit tragen
die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen mit ihrer aktiven Bereitschaft
bei und dokumentieren mit ihrer Arbeit ein gut funktionierendes Feuerwehrwesen.
Hiervon zeugt auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Steinhagen
im Jahr 1999.
Bereits seit Dezember 1990 unterhalten
die Bürger der Gemeinde Steinhagen zu ihrer niedersächsischen
Partnergemeinde, der Samtgemeinde Hambergen, gute partnerschaftliche Beziehungen.
Neben den beiden gut ausgelasteten Kindertagesstätten
in Steinhagen und Negast hält die Gemeinde innerhalb ihrer Haupt-
und Realschule noch die Grundschule vor.
Erwähnenswert sind noch die Möglichkeiten
der aktiven Erholung in der freien Natur. Da der Landesradfernweg „Rügen-Müritz“
die Gemeinde durchquert, kann man von hieraus gefahrlos sowohl nach Stralsund
als auch in südlicher Richtung nach Richtenberg-Tribsees reizvolle
Radwanderungen unternehmen. Links- und rechtsseitig des überregionalen
Radweges führen viele gut ausgebaute Rad- und Wanderwege der Gemeinde
in die ruhiggelegene Landschaft, wo sie schon nach wenigen Metern das Naturerlebnis
erwartet.